Die Diagnose des früheren „Weichteilrheumatismus“ ist schwierig. Sie wird aufgrund klinischer Befunde erhoben. Zunächst ist zwischen Fibromyalgie mit den Tender–Points und dem myofazialem Schmerzsyndrom mit den Trigger–Points zu unterscheiden. Dann sind diverse internistische und neurologische Erkrankungen auszuschließen. Woher diese Krankheit kommt und wie sie entsteht, ist immer noch weitgehend unbekannt. Vererbung spielt eine Rolle. Man findet eine Störung im Serotoninstoffwechsel, eine starke Erhöhung der Substanz P im Liquor und in der funktionellen Kernspintomographie Auffälligkeiten im sensorischem Kortex und im schmerzverarbeitenden System.
Zahlreiche Studien machen deutlich, dass das familiäre Klima, in dem die Betroffenen aufwuchsen, von Angst, Gewalt, emotionaler Vernachlässigung und (sexuellem) Missbrauch in unterschiedlichen Ausprägungen gekennzeichnet war. Bindungsverhalten und die Entwicklung eines Selbstwertes waren gestört. Der Körper und sein Hormonsystem war überfordert, passte sich aber an. Als Folge dessen haben Betroffene verzögerte Reaktionszeiten auf Alltagsstress. Daraus wiederum ergibt sich eine vielfältige psychovegetative Symptomatik der erkrankten Person, die nicht selten versucht, ihren Mangel an Selbstwertgefühl über andere, d.h. von außen, mittels Kompetenz und Anerkennung zu stabilisieren. Hyperaktivität kann Ausdruck solcher Bemühungen sein. Ist der Erkrankte in seiner Aggressivität gehemmt, leidet er oft unter Angst und Depressionen. Er beobachtet sich selbst sehr genau und neigt dazu, eigene Probleme in Andere zu projizieren. Häufig klagt er über Schmerz und Erschöpfung.